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Erklärung der Republikanischen Kriegsgefangenen im Gefängnis Maghaberry PDF Print E-mail
Sunday, 15 May 2011 18:03

Wir, die Republikanischen Kriegsgefangenen, die derzeit im Gefängnis Maghaberry interniert sind, wollen hiermit die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand unseres Kampfes für politischen Status informieren. Seit dem Stormont Abkommen aus dem Jahre 1998 haben wir Maßnahmen wie 23- stündigen, zuweilen sogar 24-stündigen Einschluss, physische Übergriffe, entwürdigende Nacktdurchsuchungen und überhaupt die Vorenthaltung unserer grundlegendsten Menschenrechte ertragen.

Wir haben den Versuch unternommen, diese Probleme durch Dialog zu lösen. Wir erkannten aber schnell, dass die Briten keinerlei Interesse daran haben, sich mit unseren Anliegen zu beschäftigen. Das ließ uns nur einen Ausweg: Prostest.

Für fast fünf Monate ertrugen wir noch schlimmere Bedingungen als zuvor, was uns dazu brachte, einen Schmutzprotest zu beginnen. Mit der Unterstützung unserer Freundinnen und Freunde, Familien, Genossinnen und Genossen gelang es uns am Ende, unserer Stimme Gehör zu verschaffen, und es konnte eine Übereinkunft erzielt werden. Diese Übereinkunft vom 12. August 2010 beinhaltete unter anderem die phasenweise Abschaffung der überwachten Bewegung; die Möglichkeit der freien Zusammenkunft der Gefangenen und ein Ende der Nacktdurchsuchungen.

Phase 1 sah vor: Ende der Nacktdurchsuchungen auf dem Weg zu Familien-, Anwaltsbesuchen oder Videolinkkonferenzen.

Phase 2: Keine Durchsuchungen innerhalb des Republikanischen Flügels

Phase 3: Das Gefängnis führt eine neue Durchsuchungsmethode ein, die die Nacktdurchsuchung ablöst, die Republikanischen Gefangenen müssen sich einer Überprüfung durch den sogenannten BOSS-Stuhl, einem Nacktscanner, unterziehen.

Phase 1 sollte umgehend eingeführt werden, Phase 2 im Dezember 2010 folgen und Phase 3 sollte Anfang 2011 abgeschlossen sein.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir eine Lockerung der kontrollierten Bewegung erlebt, in so fern als nun sechs Männer zur gleichen Zeit auf den Gang dürfen statt wie bisher nur drei. Freie Zusammenkunft besteht, die Gefangenen dürfen sich von 8.30 Uhr bis 20.00 Uhr im Hof aufhalten.

Das reicht aber nicht. Wir sind nun drei Monate über das vereinbarte Datum für die Einführung von Phase 2 und Phase 3 sollte unmittelbar bevorstehen, aber es gibt noch immer keine Anzeichen, dass die kontrollierte Bewegung oder die Nacktdurchsuchungen vollständig abgeschafft werden.

Im Gegenteil, die Durchsuchungen gehen weiter, eingeschlossen die gewaltsamen Durchsuchungen und die physischen Übergriffe auf Republikanische Gefangene. Wir haben diese Dinge wiederholt, über einen Zeitraum von mehreren Monaten, gegenüber der Vermittlergruppe zur Sprache gebracht.

Nun ist unsere Geduld am Ende. Der BOSS-Stuhl ist betriebsbereit, was die Nacktdurchsuchungen überflüssig macht, dennoch fahrt das Gefängnispersonal mit der gewaltsamen Durchsuchung von Republikanischen Kriegsgefangenen fort.

Wir weigern uns, diese erniedrigende Art der Durchsuchung weiter über uns ergehen zu lassen. Wir werden nicht daneben stehen und zusehen, wie die Wärter sich aus dem Abkommen herauswinden, wir wollen, dass dieses Abkommen vollständig umgesetzt wird, oder wir sind gezwungen, weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Vor 30 Jahren wehrten sich unsere Genossinnen und Genossen in den H-Blocks von Long Kesh gegen eine solche Kriminalisierung, was zum Tode von zehn tapferen jungen Männern führte. Viele andere erlitten unaussprechliches Leid in ihrem Kampf für Politischen Status. Wir bitten die Öffentlichkeit, unsere Genossinnen und Genossen Unterstützerinnen und Unterstützer, sich an sie zu erinnern und nicht zuzulassen, dass sich die Geschichte wiederholt.

Republikanische Gefangene, Gefängnis Maghaberry, Co. Antrim, 23.März 2011

 

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